Wie Granit zu Klang wird.

INSIGHT: Haus Marteau

Wie Granit zu Klang wird.

Im oberfränkischen Lichtenberg entstand im Auftrag [1] des Bezirks Oberfranken ein neuer Konzertsaal für Haus Marteau nach dem Entwurf des preisgekrönten Architekten Peter Haimerl [2]. Mit wachsendem Programm wuchs die Institution über das historische Wohnzimmer der Villa hinaus, und verlangte nach einem zeitgemäßen, akustisch optimierten Konzertsaal. Das historische Gebäude und der Park sollte dabei nicht beeinträchtigt werden. So wurde ein, in die Topografie eingebetteter, unterirdischer Saal entworfen, der die lokale Materialität aufgreift und eine Architektur schafft die ohne sichtbare Technik auskommt.

Der gesamte Saal liegt unterirdisch, direkt neben der denkmalgeschützten Villa und bietet zusätzlichen Platz für das wachsende Musikprogramm.

Jeder Splitter ein Unikat

Zentrales Gestaltungselement ist eine facettierte Decke und Wandstruktur aus massivem Naturstein. Die Wände scheinen aufgebrochen, die Decke wie aufgeschlitzt. Dreieckige Flächen aus Naturstein durchziehen den Raum, stoßen aneinander, spreizen sich auseinander. Was wie Zufall aussieht, ist geometrisch kontrolliert. Die Akustikflächen bestehen aus 33 individuell gefertigten Splittern aus Tittlinger Feinkorn, die auf Basis einer akustisch definierten Geometrie entworfen wurden. Ihre Form und Ausrichtung folgen der Streu- und Reflexionslogik des Schalls [3].

Die Idee: als würden zwei Explosionen aufeinander zurasen und in der Mitte zerspringen. Das entspricht genau dem, wie der Schall verlaufen muss.

Peter Haimerl, Architekt

Ingenieurskunst

Auf Basis einer frühen Machbarkeitsanalyse wurden gemeinsam mit dem Planungsteam eine Lösung entwickelt, die sowohl geometrisch als auch logistisch umsetzbar war. Neben der detaillierten Ausführungsplanung übernahm Kusser die präzise CNC-Fertigung der 33 Einzelelemente aus Tittlinger Feinkorn, integrierten die nötige Stahlunterkonstruktion [4] und organisierten die gesamte Abwicklung von der Werkslogistik bis zur finalen Montage vor Ort.

33 Teile - 0 Spielraum

Die Montage [5] erfolgte durch mehrere temporären Öffnungen im Dach des Saals. Innerhalb von wenigen Wochen wurden alle Elemente in exakt vorgegebener Reihenfolge eingehängt. Toleranzen waren durch die Geometrie nicht vorgesehen. Die gesamte Vorbereitung, von Planung über Fertigung bis zur Logistik, war darauf ausgelegt, eine schnelle und reibungslose Montage zu ermöglichen.

Wir schätzen es besonders, mit Projektpartnern zusammenzuarbeiten, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Dieses Projekt zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Naturstein konsequent weiterentwickelt wird.

Georg Kusser, Dipl.-Ing., MBA, Geschäftsführer
STEINFLÄCHE
FLÄCHEKLANG
KLANGRAUM
BR-Dokumentation

Die Entstehung vom Entwurf des Architekten Peter Haimerl bis zur Umsetzung im Film erzählt.

Zur Dokumentation

MORE

Zurück zur Übersicht